Das Arschloch
Arschloch steht umgangssprachlich für den After oder auch Anus. Das Wort wird hauptsächlich als Schimpfwort gebraucht. Um die Wirkung abzumildern, werden in der Umgangssprache auch Euphemismen wie Armleuchter eingesetzt.
Etymologie
Der Wortbestandteil Arsch findet sich in allen germanischen Sprachen (alts., altn., schwed., ahd, mhd. und frnhd. ars; altenglisch ærs, neuenglisch arse, vor allem im Amerikanischen auch ass; Niederländisch aars; niederdeutsch ors, auch nors, mors) und erlaubt die Rekonstruktion der gemeingermanischen Wurzel *ars-oz. Wahrscheinlich ist eine Verwandtschaft mit gr. ????? orros „Schwanz“, das ebenfalls als Kraftausdruck für das Gesäß gebraucht und daher in gehobener Sprache vermieden wurde. Zu einer möglichen gemeinsamen indogermanischen Wurzel *ors werden auch air. err „Schwanz“ und hethitisch arrash „Gesäß“ gerechnet.
Der Begriff Loch ist althochdeutschen Ursprungs und bedeutet Öffnung. Die Kombination dürfte frühmittelalterlich sein, da sie inhaltsgleich sowohl im Englischen als auch im Deutschen vorkommt. Im Althochdeutschen ist für den Anus dagegen primär der Ausdruck Darm, Derm zu finden, der später auf das Intestinum übertragen wurde.
Verwendung in der Literatur
Durch Charles Bukowski bekam der Ausdruck Arschloch auch seinen Platz in der Weltliteratur. In seinem Werk Der Mann mit der Ledertasche beginnt er einen Absatz mit: „Was hast du denn gegen Arschlöcher?“ und auch sonst setzt er das Wort nicht sparsam ein.
Roland Topor schrieb bereits 1975 Mémoires d'un vieux con, deutsch: Memoiren eines alten Arschlochs – eine fiktive Autobiografie. Kleines Arschloch von Walter Moers ist eine bekannte Comicfigur. Ein sehr bekanntes Beispiel für die Nutzung in der Musik ist das Lied Schrei nach Liebe von den Ärzten, in welchem es einem fiktiven Rechtsradikalen quasi ins Gesicht geschrien wird, und der Comedian Michael Mittermeier benennt ein bekanntes Lied seines Repertoires mit dem Titel Arschloch-Kind.
Nichtverbale Verwendung
Gebräuchlich ist beispielsweise von Autofahrern an andere Verkehrsteilnehmer das Zeigen eines von Daumen und Zeige- oder Ringfinger gebildeten Kreises, der das Loch symbolisiert.
Strafbare Äußerung
Die Benutzung des Schimpfwortes Arschloch kann strafrechtlich verfolgt werden. Eine Beleidigung wird in Deutschland durch § 185 StGB unter Strafe gestellt. Die Strafandrohung des § 185 StGB lautet:
Die Beleidigung wird mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder mit Geldstrafe und, wenn die Beleidigung mittels einer Tätlichkeit begangen wird, mit Freiheitsstrafe bis zu zwei Jahren oder mit Geldstrafe bestraft.
Über die strafrechtliche Relevanz hinaus kann die Beleidigung für den Betroffenen als extrem kränkend empfunden werden und ihn in schweren Fällen bis in eine tiefe Sinnkrise hinein stürzen.
Zitat
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„Mit Verlaub, Herr Präsident, Sie sind ein Arschloch!“ (Joschka Fischer: DerAbgeordnete Fischer am 18. Oktober 1984 zum damaligen Bundestagsvizepräsidenten Richard Stücklen)
Soooo der Schnitzel erklärt euch jetzt bissl die welt und heute is der Buchstabe b dran^^
Babygeschrei
Eine Mutter kann nach nur drei Nächten ihr eigenes Baby am Geschrei erkennen. Sie wacht ab dann nur noch auf, wenn ihr eigens Kind schreit, schläft beim Krähen anderer Säuglinge aber weiter. Oft wissen Mütter gar nicht, wenn in ihrem Haus ein anderes als ihr eigenes Baby brüllt. Das war zu der Zeit, als der Mensch noch in Stammesverbänden lebte sehr nützlich. Die Mütter hätten sonst die Nächte über kein Auge zugetan.
Der Säugling selbst braucht übrigens etwa eine Woche, um die Stimme der Mutter aus anderen herauszuhören.
(Quelle: BROCKHAUS! ganz schön merkwürdig. Leipzig 1998)
Backfisch
Das “Back” in Backfisch hat nichts mit backen zu tun. Er ist ein Fisch, der, weil zu klein und mager, ins Wasser geworfen wird (“back” = zurück). Deshalb wurden vor der modernen Englisch-Welle junge Mädchen häufig “Backfische” genannt.
(Quelle: Kurt Krüger-Lorenzen: Deutsche Redensarten-und was dahinter steckt, Wiesbaden 1960)
Badminton
Was früher ganz ordinär Federball genannt wurde, heißt heute vornehm Badminton. Der Ausdruck ist unschwer als englisches Wort zu erkennen, bedeutet aber keineswegs Federball - das hieße nämlich featherball. Dazu eine kleine Geschichte: Das seit 1860 in Indien von englischen Offizieren gespielte “Poona”, die altindische Form des Federballspiels, kam 1870 nach Großbritannien. 1872 führte der Duke of Beaufort auf seinem Landsitz Badminton in Gloucestershire das Spiel erstmals vor. 1887 schuf der Bath Badminton Club in London neue regeln, die die indischen ablösten und allgemein gültig wurden. Badminton verbreitete sich in der englischsprachigen Welt, in den Niederlanden und in Südostasien. In Deutschland ist Badminton seit 1950 Wettkampfsport.
(Quelle: Hartwig Lödige: Ketchup, Jeans und Haribo, Berlin 1998)
Baguette
In jedem Wörterbuch wird Baguette übersetzt mit “französisches Stangenweißbrot”. Das ist erstens richtig, und zweitens ergibt sich damit auch die Erklärung des Wortes: Es geht zurück auf das lateinische baculum; baguette und baculum bedeuten beide “Stock, Stab, Stange.
(Quelle: Hartwig Lödige: Ketchup, Jeans und Haribo, Berlin 1998)
Bahnhof
Ich versteh’ nur Bahnhof. Was gemeint ist, ist heute jedem klar. Aber woher kommt der Ausdruck? Der Ausdruck entstand Ende des ersten Weltkrieges, als die Soldaten des Kämpfens müde waren und sie nur noch nach Hause wollten. Dieses zu Hause verbildlichten sie mit dem Bahnhof, der als Metapher für den Heimaturlaub stand. Wenn man sie auf irgend etwas, das nicht damit zusammenhing, ansprach, lautete die Antwort: Ich verstehe (höre) immer Bahnhof!, das heißt: Ich bin für nichts anderes mehr zu sprechen als für die Heimreise! Ich lehne jedes Gespräch rundweg ab. In diesem allgemeinen Sinne der Zurückweisung wird die Redensart heute auch gebraucht.
(Quelle: Krüger-Lorenzen: Deutsche Redensarten und was dahintersteckt, München 1995)
Banane
Die Mutter aller Fragen lautet wohl: Warum ist die Banane krumm? Hier kommt endlich die Antwort: Aus den rein weiblichen, herabhängenden Blütenständen der Beerenfrucht entwickeln sich die traubigen Fruchtstände. Diese sogenannten ”Hände” haben bis zu 16 Früchte. Beim Wachsen wenden sich die einzelnen ”Finger” nach oben dem Licht zu. Dabei krümmen sie sich. Klingt logisch, oder?
(Quelle: Brockhaus, was so nicht im Lexikon steht, Leipzig 1996)
basta
In Bayern kann man, wenn es uns reicht, das bereits beschriebene “A Backerl Fotzn is glei aufgrissn”benützen oder zu dem italienischen “Basta!” greifen. Das italienische Verb bastare heißt “hinreichend, genug sein”; bast ist der dazugehörige Imperativ und bedeutet: “Es reicht!”
(Quelle: Hartwig Lödige, Tesa, Tuc und Teddybär, München 2001).
Bauchredner
Wer mag sie nicht, diese Alleinunterhalter, die meist mit einer Handpuppe bewaffnet sind? Dabei tragen sie ihren Namen zu Unrecht: Der Bauch kann nun mal einfach nicht reden. Bauchredner beherrschen ein besondere Atemtechnik und erreichen zudem durch Zusammenziehen der Gaumenbögen, Zurückziehen der Zunge und Verengung des Kehlkopfeingangs eine starke Resonanzminderung. Bei besonders Guten bewegt sich kein Gesichts- und Halsmuskel. Übrigens: Schon die alten Griechen kannten Bauchredner, deren berühmtester der Athener Eurykles war.
(Quelle: BROCKHAUS, was so nicht im Lexikon steht, Leipzig 1996)
Béchamelsoße
Diese weiße Rahmtunke verdankt ihren Namen ihrem Erfinder, dem als Haushofmeister, Koch und Feinschmecker bekannten Béchamel, Marquis de Nointel, der am Hofe des Sonnenkönigs Louis XIV. diente. Dem Vernhemen nach hat Béchamel sogar ein Kochbuch in Versen verfasst.
(Quelle: Hartwig Ledige, TESA, TUC und Teddybär, München 2001)
Beethoven
Ludwig van Beethoven (1770-1827) schrieb das wohl für Klavierschüler beliebteste Klavierstück ”Für Elise” in Wahrheit für Therese. Das Manuskript von 1808 ist zwar verschollen, bekannt ist aber, dass Beethoven zu dieser Zeit für die Tochter Therese eines Wiener Arztes namens Malfatti schwärmte, und dieser Therese hat er auch sein Stück gewidmet. Bei der Drucklegung hat man aber die notorisch unlesbare Handschrift Beethovens missdeutet und ”Therese” in ”Elise” umgewandelt, und dabei ist es dann geblieben.
(Quelle: H. von Maanen: Kleine encyclopedie van misvattingen, Amsterdam 1994)
Benzin, bleifreies
Selbst das Benzin, das an deutschen Tankstellen als “bleifrei” verkauft wird, darf nach DIN EN 228 pro Liter immerhin 0,013 Gramm Blei enthalten.
(Quelle: Walter Krämer, Die besten Geschichten für Besserwisser, Piper 2001)
betucht
Menschen, die betucht sind, haben ein großes Vermögen. Das hat aber überhaupt nichts mit Tüchern zu tun, obwohl sich solche Leute auch teuren Stoff leisten könnten. Ein betuchter Mensch hat also viel Geld und lebt damit in gesicherten also betuchten Verhältnissen. Im jiddischen heißt “betuche” sicher.
(Quelle: Walter Krämer: Lexikon der populären Sprachirrtümer, München 2003)
Biber
Gerne wird behauptet, dass sich diese possierlichen Tierchen von Fischen ernähren. Das stimmt aber nicht, denn der Biber ist reiner Vegetarier. Seine Hauptnahrung sind frische Baumrinden und weiches Holz, auch Wasserpflanzen sowie Beeren oder Wurzeln. Pro Jahr verputzt unser Freund, im ausgewachsenen Zustand, bis zu vier Tonnen. Guten Appetit!
(Quelle: Grzimeks Tierleben, Bd. 11, Stuttgart 1969)
Bienen
Bienen sterben normalerweise nicht nach dem Stechen. Wenn Bienen stechen, dann in der Regel andere Insekten oder Tiere, die wie Insekten einen Chitinpanzer besitzen, aus dem die Biene ihren Stachel trotz des Widerhakens unverletzt herauszieht. Nur in der Haut des Menschen bleibt der Stachel stecken, und die beim Abreißen entstehende Wunde ist für die Biene meistens tödlich.
(Quelle: A. Braun: Taschenbuch der Waldinsekten)
Bienenstich
Müssen Bienen wirklich sterben, wenn sie ein Säugetier stechen?
Ja. Die Arbeitsbienen (nur sie verfügen über einen Stachel) müssen sterben, wenn sie ein Säugetier stechen. Ihr Stachel ist mit Widerhaken versehen, die in unserer dicken, flexiblen Haut stecken bleiben. Bei dem Versuch sich zu befreien, reißt sich die verzweifelte Biene fast immer den gesamten Hinterleib heraus und geht dann an der entstehenden Wunde zugrunde. Wenn sich eine Biene gegen andere Insekten, aber auch gegen Vögel verteidigt, kann sie ihren Stachel dagegen mehrmals verwenden.
Die giftgefüllte Blase der Biene kann übrigens noch weiterpumpen, wenn sie samt Stachel aus dem Insekt gerissen wurde. Man sollte den Stachel auch nicht etwas mit einer Pinzette entfernen, weil man so noch mehr Gift in die Wunde drückt. Die einfachste Methode: mit dem Fingernagel abkratzen.
(Quelle: Christoph Drösser: Stimmts? Hamburg 2000)
Bier
Gerne wird behauptet, dass München die Bierhauptstadt Deutschlands wäre. Auch wenn allein zur Wies’n jedes Jahr ca. 6 Millionen Mass’n getrunken (um es vornehm auszudrücken) werden, ist Dortmund nicht zu schlagen. Dort werden pro Jahr 6 Millionen Hektoliter (zur Erinnerung: Hekto heißt *100!) des Gerstensaftes produziert. Das sind immerhin 0,5 Millionen Hektoliter mehr, als in der bayerischen Hauptstadt. Dortmund hält damit sogar Europarekord.
Seit 1991 hat das Sauerland mit seinem Warsteiner beide Städte abgehängt: 8 Millionen Hektoliter werden dort gebraut. Allerdings kommt das sauerländische Bier nicht aus einem einzigen Ort.
(Quelle: Statistisches Jahrbuch für das Land NRW, versch. Jahre)
Bierbauch
Dem Gerstensaft wird nachgesagt, dass er besonders viele Kalorien hat. Dabei hat die gleiche Menge Cola oder Milch mehr davon. Bier regt aber besonders den Appetit an - die Snacks zum Bier lassen also den Bauch wachsen, nicht das Getränk selbst ist der Grund. Hopfen enthält außerdem Substanzen, die dem weiblichen Sexualhormon Östrogen ähneln. Diese Phyto-Östrogene können von der Pflanze bis ins Bier gelangen und möglicherweise auch bei männlichen Trinkern einen kleinen Busenansatz formen.
(Quelle: Süddeutsche Zeitung. Wissen. Kalender 2006)